In der Reihe "Der politische Film" zeigen wir den Dokumentarfilm "DARWIN'S NIGHTMARE" von Hubert Sauper.

Datum: Donnerstag, 8.6.17
Beginn: 20:00
Ort: Kinocafé Taufkirchen
UKB: € 5.-

Vor dem Film gibt es eine kurze Einführung und danach die Möglichkeit einer Besprechung.

Inhalt: Irgendwann in den sechziger Jahren wurde in den Viktoria See in Ostafrika eine fremde Fischart eingesetzt - es war ein kleines wissenschaftliches Experiment. Der Nil Barsch, ein hungriges Raubtier,
hat es innerhalb von drei Jahrzehnten geschafft, fast den gesamten Bestand der ehemals 400 Fischarten auszurotten. Mit dem Effekt, dass es derzeit so einen Überfluss dieses fetten Fisches gibt, dass seine
Filets in die ganze Welt exportiert werden. An den Ufern des größten tropischen Sees der Welt landen jeden Abend riesige Frachtflugzeuge, um am nächsten Morgen wieder in die Industrieländer des Nordens zu starten, beladen mit hunderten Tonnen frischer Fischfilets. In Richtung Süden jedoch ist eine andere Ladung an Bord: Waffen. Für die unzählbaren Kriege im dunklen Herzen des Kontinents.


Der österreichische Filmemacher Hubert Sauper zeigt in seinem 2005 gedrehten und vielfach prämierten Dokumentarfilm den Überlebenskampf der Menschen und stellt die Frage, ob es ihnen im Strudel der Globalisierung mittlerweile ähnlich geht wie den Fischen im Viktoriasee: Nur der „Stärkste“ überlebt - ein darwinistischer Alptraum.

Über seine Beweggründe, diesen Film zu drehen, sagt Hubert Sauper:

„Die Idee zu diesem Projekt entstand während der Arbeit am Film ‚Kisangani Diary‘, der die ruandischen Flüchtlinge am Beginn des Bürgerkriegs 1997 bis tief in den Dschungel des Kongo verfolgt. Eines Tages sah ich zwei gigantische Frachtflugzeuge auf dem kleinen Flugfeld von Mwanza geparkt, die beide randvoll mit Lebensmitteln bepackt waren. Ein Flugzeug hatte 50 Tonnen gelber Erbsen aus Amerika an Bord, welche die Flüchtlinge in den UN-Lagern ernähren sollten. Der zweite Flieger hob in Richtung Europa ab, mit einem schweren Bauch voller frischer Fischfilets.

Die russischen und ukrainischen Piloten wurden bald meine ‚Kameraden‘, denn nur mit ihnen konnte ich mich in der Gegend fortbewegen. Schon nach wenigen Bieren und Wodkas erzählten sie mir lachend, dass sie nicht nur humanitäre Hilfsgüter in die Kriegsherde liefern, sondern eben auch das, was der Krieg braucht: Bomben, Minen, Kalashnikovs, Munition...

Dieselben Flüchtlinge, die am Tag gelbe Erbsen gefüttert bekamen, wurden in den tropischen Nächten mit Maschinengewehrsalven niedergeschossen, zehntausende Menschen waren plötzlich nicht mehr da. In den Morgenstunden filmte meine zitternde Kamera die zerstörten Lager und Körper. Eine derartige zynische und hässliche Realität zu kennen, ohne sie gesucht zu haben, war der erste Ansatz zu ‚Darwins Alptraum‘.“

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