In der Reihe "Der politische Film" zeigen wir die Doku "Jenseits des Krieges" von Ruth Beckermann.

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Es dauerte bis Mitte der Neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts bis das bis dahin vorherrschende Bild einer „sauberen Wehrmacht“ als Lüge entlarvt wurde. Maßgeblich verantwortlich dafür war die Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1945. Sie zeigte vor allem anhand von vielen Fotografien, dass die Wehrmacht auf dem Balkan und der Sowjetunion keinen „normalen Krieg“ führte, sondern einen Vernichtungsfeldzug gegen Jüdinnen und Juden, Kriegsgefangene und Zivilbevölkerung.

Die Ausstellung wurde in vielen Städten im In- und Ausland gezeigt u.a. auch in Wien. Dort drehte Ruth Beckermann vor weißgekachelten Räumen, Neonlicht an den Wänden und den Schwarz-Weißfotografien der Ausstellung eine Anhörung ehemaliger Soldaten über ihre Erlebnisse jenseits des „normalen“ Krieges. „Zwei Stunden über Feigheit, Schwäche, Ignoranz, über Mitläufer und unbelehrbare Täter, zwei Stunden über eine verschwindende Minderheit, die nicht nach blindwütigen Ausreden sucht, zwei Stunden über eine Generation, die vor sich selbst in eine kollektive Amnesie geflüchtet ist.“ (Hubertus Czermin)

Auch in München war die Ausstellung zu sehen. Der damalige bayerische Kultusminister Hans Zehetmair empfahl den Schulen, die Ausstellung nicht zu besuchen.

Vor dem Film gibt es wie immer eine kurze Einführung und danach eine Filmbesprechung.

Datum: Donnerstag, 14.5.20
Beginn: 20:00
Ort: Kinocafé Taufkirchen
UKB: € 5.-

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