Plakat '1918/1919 - Revolution in Bayern! Und in Dorfen?Vor 100 Jahren wurde in Bayern die Monarchie gestürzt und der Freistaat ausgerufen. Wie kam es zur Revolution in Bayern am 7. November 1918 und wer war daran beteiligt? Welche Folgen hatte sie und was veränderte sich für die Frauen? Was geschah in Dorfen und welche Rolle spielte damals Georg Escherich aus Isen?

Darüber informieren Andreas Salomon, Eva Maria Volland, Adelheid Schmidt-Thomé, Günter Baumgartner, und Schorsch Wiesmaier. Christian Theis liest aus dem Tagebuch des Arztes Rudolf Schollenbruch „Auf der Flucht“ (durch den Landkreis Erding). Das Isener Gitarrenduo (Leonhard Michael Seidl und Wofgang Paul) spielt und singt Lieder und Texte zur Zeit. Moderation: Stefan Brandhuber.

Datum: Mittwoch, 14.11.18
Beginn. 19:30 Uhr, Einlass 19 Uhr
Eintritt frei, Spenden erbeten

Veranstalter: AG International Dorfen und Geschichtswerkstatt Dorfen

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An die Verantwortlichen und Mitglieder des TSV Erding 1862 e.V.

Wie der Lokalpresse zu entnehmen war, fand Mitte Januar in der vereinseigenen Gaststätte „Am Schwimmbad“ eine Versammlung der rechten Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) statt, bei der u.a. ein Kreisverband gegründet wurde.
Gegenwärtig macht die AfD Werbung für eine erneute Parteiveranstaltung im Vereinsheim des TSV: Am 10.2.18 soll der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron in der TSV-Gaststätte sprechen.
Dazu prangt am Haupteingang zum Vereinsheim in Augenhöhe ein AfD-Aufkleber mit der Aufschrift „Wir lieben Deutschland – Alternative für Deutschland“ (gesehen und fotografiert am 1.2.18).

Die AfD ist eine junge Partei mit sehr alten Vorstellungen. Wer sich über ihre Programmatik, ihre Praxis und ihr Personal informiert hat, weiß, dass die Partei nationalistische Positionen vertritt, große Schnittmengen mit rassistischen Initiativen und Bewegungen wie etwa PEGIDA hat und in ihren Reihen viele Faschisten und Rechtsradikale wirken. Andere rechte bis nazistische Organisationen pflegen enge Kontakte zu ihren Gesinnungsgenossen in der AfD und schätzen die zuverlässige Zusammenarbeit.

Bei den Bundestagswahlen im Oktober 2017 zog die AfD mit 94 Abgeordneten erstmals ins Parlament ein. Ihre Umfragewerte liegen weiter hoch (zwischen 6% in Niedersachsen/Schleswig-Holstein und 24% in Sachsen) und bei den anstehenden Landtagswahlen in Bayern droht auch dort ein Ergebnis deutlich über 10%. Wer an ihrem Abstieg arbeiten will, kommt nicht umhin, sich eingehend mit Ursprung, Programmatik und Charakter dieser neurechten Partei auseinanderzusetzen.

Einen lesenswerten Beitrag dazu liefert Manfred Sohn in einem Artikel in der Jungen Welt. Darin charakterisiert er die AfD als Verwesungsprodukt der finalen Krise des Kapitalismus, als Partei gewordene, pervertierte nationale Rebellion gegen die zwangsläufigen Auswirkungen eines globalen Kapitalismus. Sie stelle die politische Reserve für härtere Zeiten, in denen die nahenden Krisenschübe mit beispiellosem Sozialabbau und auch Krieg bewältigt werden sollen.

Wer sich ausführlicher mit dieser Analyse und möglichen Strategien gegen AfD & Co. beschäftigen will, dem seien folgende Bücher empfohlen:

Stefan Dietl
Die AfD und die soziale Frage
Zwischen Marktradikalismus und ›völkischem Antikapitalismus‹
Unrast Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 2018
14.- Euro

Manfred Sohn
Falsche Feinde. Was tun gegen die AfD?
Ein alternativer Ratgeber.
Konkret ­Literatur Verlag
Hamburg 2017, 128 Seiten
13,50 Euro

Gerd Wiegel
Ein aufhaltsamer Aufstieg
Alternativen zu AfD & Co.
Papyrossa - Neue Kleine Bibliothek 230
126 Seiten
12,90 Euro

 

 

Protest gegen den Bundeswehrauftritt an der Dr.-Herbert-Weinberger-Berufsschule Erding vom 24.-26. April 2017

Die Bundeswehr ruft wie in jedem Jahr auch heuer zum Dienst, nicht nur in den Werbemedien, sondern auch da, wo man junge Menschen persönlich und unmittelbar ansprechen kann. Da die Chancen, Jugendliche in einem freiwilligen Gespräch von der Attraktivität des Militärs zu überzeugen, gering sind, wird ein Offizier in der Dr. Herbert-Weinberger Berufsschule in Erding während des Unterrichts versuchen, sie zu begeistern.

Ein sicherer Arbeitsplatz, gutes Gehalt und die Aussicht auf abenteuerliche Einsätze in fernen Ländern sollen darüber hinwegtäuschen, dass die Bundeswehr, als immer offensiver agierende Armee, sich in immer mehr Konflikte mit Waffengewalt einmischt, um Deutschlands geostrategische Interessen und seinen freien Zugang zu Rohstoffmärkten durchzusetzen. Dass Krieg immer Flucht und Tod unzähliger Zivilisten bedeutet und die Infrastruktur und Wirtschaft ganzer Länder ruiniert, wird der Offizier den Berufsschülern sicher nicht erzählen.

Wir fordern die Schulleitung der Berufsschule auf, die Werbeaktionen der Bundeswehr von 24. bis 26.4. abzusagen und künftig für keinerlei Agitation der Bundeswehr mehr zur Verfügung zu stehen.

Forum Links

Es ist bekannt, dass Deutschland heute zu den ganz großen Waffenexporteuren der Welt zählt. Wie es trotz der im Potsdamer Abkommen beschlossenen Demilitarisierung Deutschlands dazu kommen konnte zeigt die Doku "Das Comeback der Rüstungsindustrie" von Dirk Laabs (auch verfügbar als Hörfassung in der ARD-Mediathek):

p.s.: Die in der Doku gemachte Unterscheidung zwischen falschen (Nicht-NATO-Despotien) und richtigen (NATO-Partner) Händen, in die deutsche Waffen gelangen (können), teilen wir nicht, trotzdem liefert sie viele wichtige Infos über Wesen und Praxis der 'Waffenmacht Deutschland'.

Nicht nur in der Abwehr von Flüchtenden liegt die CSU-Regierung auf einer Linie mit anderen rechten Regierungen und Präsidenten wie z.B. dem ungarischen Nationalisten Orban. Sie teilt auch deren notorischen Antikommunismus und verweigert KommunistInnen die Beschäftigung in öffentlichen Einrichtungen. Jüngstes Beispiel ist der Münchner Kerem Schamberger, der bereits mehrfach in Dorfen über seine Reisen nach Kurdistan berichtete und dem jetzt wegen seiner politischen Gesinnung und Praxis eine Anstellung an der Münchner Uni verwehrt wird.

Lest dazu eine Presseerklärung der Roten Hilfe und einen Artikel der SZ.

Den Flüchtenden das Leben so schwer wie möglich zu machen, scheint dem Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) ein zentrales Anliegen zu sein. Schon einmal geriet er bundesweit in die Schlagzeilen, weil er die Asylbewerber mit Sachleistungen abgespeist hatte. Als "harter Hund" zu gelten, ist ihm offensichtlich kein Problem.

Und nun seit Mitte April eine neue Variante. Den etwa 1400 Betroffenen ist der Zugang zu Bargeld komplett gesperrt. Mit der Einführung der sog. Kommunalkarte können die AsylbewerberInnen zwar bezahlen, aber kein Bargeld mehr abheben. Und bezahlen können sie nur in bestimmten Geschäften.